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Pasteurpipette

Info Pasteurpipette
Die Pasteurpipette ist ein einfaches, meist aus Glas oder Kunststoff gefertigtes Laborinstrument zur tropfenweisen Übertragung kleiner Flüssigkeitsmengen. Sie wird in der medizinischen Diagnostik, in Laboratorien und in der mikrobiologischen Praxis routinemäßig eingesetzt. Benannt nach dem französischen Chemiker Louis Pasteur, zählt sie zu den grundlegenden Hilfsmitteln der Laborausstattung.

Merkmale der Pasteurpipette:

  1. Material: Pasteurpipetten bestehen aus dünnwandigem Glas (Borosilikatglas) oder aus Einweg-Kunststoff (Polyethylen), wobei Kunststoffvarianten zunehmend verbreitet sind.
  2. Bauform: Sie verfügen über ein langes, sich verjüngendes Kapillarrohr und ein erweitertes oberes Ende, auf das ein Saughütchen (Gummiballon) aufgesetzt wird.
  3. Volumenbereich: Die übertragbare Flüssigkeitsmenge liegt typischerweise zwischen 0,5 und 3 ml, wobei keine exakte Volumenkalibrierung vorhanden ist.
  4. Sterilität: Einweg-Pasteurpipetten sind häufig einzeln steril verpackt erhältlich und eignen sich dadurch für kontaminationsfreies Arbeiten.

Anwendungsbereiche der Pasteurpipette:

  1. Mikrobiologie: Übertragung von Bakteriensuspensionen, Nährmedien oder Reagenzien auf Kulturplatten und in Reagenzgläser.
  2. Klinische Diagnostik: Tropfenweises Auftragen von Proben auf Objektträger, Teststreifen oder Schnelltestkassetten.
  3. Histologie und Zytologie: Vorsichtiges Absaugen von Überständen oder Zugabe von Färbelösungen bei der Probenvorbereitung.
  4. Chemische Analytik: Transfer kleiner Flüssigkeitsvolumina bei qualitativen Nachweisreaktionen und Dünnschichtchromatographie.

Anwendung und Handhabung der Pasteurpipette:

  1. Saughütchen aufsetzen: Vor der Nutzung wird ein passender Gummiballon fest auf das obere Ende der Pasteurpipette gesteckt.
  2. Flüssigkeitsaufnahme: Durch Zusammendrücken und kontrolliertes Loslassen des Ballons wird die Flüssigkeit kapillar in die Pipette aufgezogen.
  3. Tropfenweise Abgabe: Durch vorsichtigen Druck auf den Gummiballon lässt sich die Flüssigkeit tropfenweise und kontrolliert abgeben.
  4. Einweg-Prinzip beachten: Einmal-Pasteurpipetten aus Kunststoff sind nach Gebrauch fachgerecht zu entsorgen, um Kontaminationen zu vermeiden.
  5. Sterilität sicherstellen: Bei mikrobiologischen Arbeiten sollte ausschließlich steril verpackte Ware verwendet oder die Glaspipette vor Gebrauch autoklaviert werden.
  6. Entsorgung: Gebrauchte Glaspipetten sind in bruchsicheren Abwurfbehältern zu sammeln, kontaminierte Einwegpipetten gemäß Hygienevorschriften zu entsorgen.

Die Pasteurpipette bleibt trotz moderner Pipettiersysteme ein unverzichtbares Standardinstrument im Laboralltag. Ihre einfache Handhabung, geringe Kosten und vielseitige Einsetzbarkeit machen sie besonders in der täglichen Routinearbeit zu einem bewährten Hilfsmittel. Bei Anwendungen, die eine exakte Volumendosierung erfordern, sollte jedoch auf kalibrierte Pipetten zurückgegriffen werden.