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Nelaton-Katheter

Info Nelaton-Katheter
Der Nelaton-Katheter ist ein weit verbreiteter transurethraler Einmalkatheter, der zur kurzfristigen Harnableitung eingesetzt wird. Benannt nach dem französischen Chirurgen Auguste Nélaton, handelt es sich um einen geraden, flexiblen Katheter mit abgerundeter, geschlossener Spitze und seitlichen Drainageöffnungen. Der Nelaton-Katheter zählt zu den am häufigsten verwendeten Kathetertypen im klinischen Alltag und in der intermittierenden Selbstkatheterisierung.

Merkmale des Nelaton-Katheters:

  1. Gerade Katheterform: Der Nelaton-Katheter verfügt über einen geraden Schaft ohne Krümmung, was ihn von gebogenen Kathetertypen wie dem Tiemann-Katheter unterscheidet.
  2. Atraumatische Spitze: Die abgerundete, geschlossene Spitze minimiert das Verletzungsrisiko der Harnröhrenschleimhaut bei der Einführung.
  3. Seitliche Drainageöffnungen: Zwei seitlich angeordnete Öffnungen (Augen) nahe der Katheterspitze ermöglichen einen gleichmäßigen Urinabfluss.
  4. Verschiedene Charrière-Größen: Der Katheter ist in unterschiedlichen Durchmessern (Ch 6 bis Ch 24) erhältlich, um eine individuelle Anpassung an die anatomischen Gegebenheiten zu ermöglichen.
  5. Materialien: Nelaton-Katheter werden aus PVC, Latex oder Silikon gefertigt, wobei moderne Varianten häufig eine hydrophile Beschichtung zur Reibungsminimierung aufweisen.

Indikationen für den Nelaton-Katheter:

  1. Intermittierende Selbstkatheterisierung (ISK): Patienten mit neurogenen Blasenentleerungsstörungen nutzen den Nelaton-Katheter regelmäßig zur eigenständigen Blasenentleerung.
  2. Akuter Harnverhalt: Bei akuter Unfähigkeit zur spontanen Miktion wird der Katheter zur sofortigen Entlastung der Blase eingesetzt.
  3. Diagnostische Uringewinnung: Zur Gewinnung einer sterilen Urinprobe für mikrobiologische Untersuchungen.
  4. Prä- und postoperative Katheterisierung: Kurzfristige Harnableitung im Rahmen chirurgischer Eingriffe.
  5. Restharnbestimmung: Bestimmung des Restharns nach Miktion zur Diagnostik von Blasenentleerungsstörungen.

Anwendung und Handhabung:

  1. Hygienische Händedesinfektion: Vor jeder Katheterisierung ist eine gründliche Händedesinfektion zwingend erforderlich.
  2. Sterile Technik: Die Einführung erfolgt unter aseptischen Bedingungen mit sterilen Handschuhen und Desinfektionsmittel für den Meatus urethrae.
  3. Gleitmittel: Die Verwendung eines sterilen Gleitmittels oder eines hydrophil beschichteten Katheters erleichtert die Einführung und reduziert die Traumatisierung.
  4. Einführtiefe: Der Katheter wird vorsichtig bis zum Urinfluss vorgeschoben – bei Frauen ca. 5–7 cm, bei Männern ca. 15–20 cm.
  5. Einmalverwendung: Der Nelaton-Katheter ist als Einmalprodukt konzipiert und wird nach der Katheterisierung fachgerecht entsorgt.

Der Nelaton-Katheter ist aufgrund seiner einfachen Handhabung und seines atraumatischen Designs ein Standardinstrument in der urologischen Versorgung. Bei korrekter Anwendung unter aseptischen Bedingungen ist das Komplikationsrisiko gering. Patienten, die eine intermittierende Selbstkatheterisierung durchführen, sollten eine fachgerechte Schulung erhalten, um eine sichere und hygienische Anwendung zu gewährleisten.